Epstein-Thriller #13: Weitere Modehäuser & Pipeline aus Europa

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Skandale, Kontroversen, Verwerfungen… Es läuft nicht gut für das Modehaus Victoria’s Secret.

Der Dessous-Einzelhändler hat ohnehin ein Problem mit Vergangenheitsbewältigung und jetzt kommt auch noch Jeffrey Epstein hinzu. Seit 2015 hat Wexner’s Dessous-Imperium 20 Milliarden Dollar an Marktwert verloren.

Geschichte sollte er sein, längst Geschichte, bloß noch ein dunkler und mit der Zeit verblasster Fleck auf dem Revers der Modemarke. Doch egal mit wie viel Grad man versucht, diesen Fleck reinzuwaschen, es gelingt nicht, Epstein wirkt noch immer nach, wie eine omnipresente Geistererscheinung, ein Elefant im Porzellanladen.

Zwei Jahrzehnte war der Finanzmanager engster Vertrauter und rechte Hand des Vorstandsvorsitzenden Les Wexner. Bestens betraut mit allen Finanzaktivitäten erhielt Epstein sogar Prokura bei L Brands, der Muttergesellschaft von Victoria’s Secret.

Models in der Manhattan-Villa

Zwar war er kein direkter Mitarbeiter von Victoria’s Secret, dennoch übte er großen Einfluss auf das Dessous-Unternehmen aus. So arbeitete er lange Zeit mit Chief Marketing Officer Edward Razek zusammen. Razek, ein älterer Mann aus den 40ern, gilt als echtes Schwergewicht in der Branche. Größen wie Heidi Klum, Daniela Pestova oder Tyra Banks verhalf er auf ihrer Karriereleiter stetig nach oben.

Freundschaftlich waren Epstein und Razek auch verbunden. 2005 etwa war Razek zum Beispiel Gast in Epsteins berüchtigter Manhattan-Villa. Begrüßt von jungen Frauen, die seinerzeit für Epstein arbeiteten – wir erinnern uns, Epstein lockte junge Models unter falschen Vorsätzen regelmäßig zu sich nach Hause ein – erzählte er einem Mitgast von den bizarren Praktiken.

Er erzählte mir, dass diese Models, die für Epstein arbeiteten, auch von Victoria’s Secret verwendet werden. Ferner erzählte er, die Mädchen seinen alle in der Major-League.“

Dieser Gast trägt den Namen William Mook. Mook ist Leiter von Mok Industries LLC in Ohio, eine Firma für Bergbau- und Metallverarbeitung. Bergbau… Das könnte noch interessant werden, denn Drohnenaufnahmen auf Epstein-Island zeigen unterirdische Luftschutzbunkeranlagen. Ob Mok Industries in dem Bau involviert war, kann indes nicht bewiesen werden.

Drei Aufnahmen habe ich hier und hier und hier für Sie verlinkt.

Epsteins Zusammenarbeit mit Wexner und L Brands endete offiziell im Jahr 2007, anderthalb Jahre nachdem der Milliardär in mehreren Fällen von sexuellem Missbrauch in Florida angeklagt wurde.

Jean-Luc Brunel und die Pipeline aus Europa

Sie sind bizarr und verstörend. Botschaften, Notizen, die im Zuge von Ermittlungen im Oktober 2005 in Epsteins Villa gefunden wurden. Sie geben einen düsteren Einblick in die Welt und Gedanken eines Pädophilen.

2005 war Epstein akribisch auf der Suche nach besonders jungen Mädchen. Gerichtsdokumente zeigen, wie Brunel ihm unterstützend zur Seite stand. Zwei 8-jährige Mädchen sollten unter dem Vorwand Russischunterricht zu geben in die USA reisen. In einem durch die Ermittlungsbehörden beschlagnahmten Notizblock aus Epsteins Villa, sind zahlreiche Nachrichten dokumentiert, die für Epstein notiert und ihm daraufhin zugetragen wurden, darunter auch eine von Brunel. Die erste Nachricht stammt vom 1. April 2005.

Er (also Brunel) hat zwei Lehrerinnen für dich, die dir russisch beibringen können. Sie sind beide 8 Jahre alt und nicht blond. Der Unterricht ist kostenlos und du kannst heute die 1. haben, wenn du zurückrufst.”

Ein Foto jener Notiz habe ich hier für Sie verlinkt.

Die besagten Notizen wurden als Beweismittel gegen Epstein von Anwalt Bradley Edwards vorgelegt, der seit 2008 mutmaßliche Opfer von Epstein juristisch vertritt. Ein Gericht, was sich auf die Nachrichten bezog, sagte in einem Prozess:

“In Anbetracht der Umstände des Falles deutete diese Nachricht an Edwards darauf hin, dass Brunel zwei achtjährige Mädchen für Epstein zum sexuellen Missbrauch vermittelt haben könnte.”

Edwards ist einer der Anwälte, der auch die bereits bekannte Virginia Giuffre vertritt. Diese sagte laut Gerichtsakten aus:

Brunel hat junge Mädchen im Alter von bis zu 12 Jahren in die Vereinigten Staaten bringen lassen, um sie an seine Freunde, insbesondere Epstein, vermitteln zu können. Er bietet ihnen einen Job als Model an. Viele dieser Mädchen kamen aus armen Verhältnissen und so lockte er sie mit dem Versprechen, gutes Geld zu verdienen.“

MC2 Model Management

Laut einer Aussage unter Eid eines ehemaligen Buchhalters von der Firma MC2 Model Management, investierte Epstein eine Millionen Dollar in das Unternehmen. MC2 arbeitet eng mit dem amerikanischen Modeunternehmen Victoria’s Secret zusammen.

Inhaber von MC2 ist der bereits erwähnte Jean-Luc Brunel. Brunel ist kein unbeschriebenes Blatt, denn auch er wurde in einer Zivilklage von Virginia Giuffre beschuldigt, Drahtzieher im verworrenen Sumpf des Missbrauchsnetzwerk gewesen zu sein.

Im wurde zu Last gelegt, Mädchen im Alter von höchstens 12 Jahren zu sexuellen Zwecken in die USA geschleust zu haben, um diese Epstein zur Verfügung zu stellen. Während der Inhaftierung von Epstein 2008, besuchte ihn Brunel im Gefängnis.

Mehr noch; nach der Inhaftierung und der darauf folgenden Distanzierung von Epsteins seitens Wexner, arbeiteten die beiden Unternehmen weiterhin zusammen. Mindestens drei MC2-Models traten 2015 bei einer Modeschau von Victoria’s Secret auf und posierten zudem für ihre Kataloge und Website.

MC2 hat auf eine Anfrage nach einem Kommentar nicht reagiert. Ein Vertreter von L Brands weigerte sich, über die bereits abgegebenen Aussagen hinaus Stellung zu nehmen.

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